Juni - Jugendausbildung

Auftritt von Musikern bei Fest
Einer der ersten Auftritte der noch jungen Truppe am Sommerfest '75

Kein Musikverein überlebt lange, wenn er es nicht schafft neue junge Menschen für Musik zu begeistern. Im Musikverein Hausen hatte die musikalische Ausbildung schon immer einen hohen Stellenwert. Für den Beginn der musikalischen Ausbildung im Musikverein Hausen liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Jedoch wurde von einem Zeitzeugen der Auftakt sehr eindrücklich geschildert: Das Musikhaus Lange aus Ravensburg kam mit einem Lastwagen voller alter Instrumente vor das Schulhaus gefahren, jeder der angehenden Musikanten zog ein Instrument aus dem Fahrzeug und schon war die Zuteilung vollbracht. Die meisten der neuen Blasmusiker waren ja bereits in gesetzten Alter und brachten als musikalische Grundlage bestenfalls das Blasen einer Fanfare oder die Rhythmik der Trommel mit. Durch den Patenverein, die Stadtmusik aus Singen, wurde der erste Musikunterricht mit dem Ausbilder Kurt Oschwald und später auch mit Herrn Musikdirektor Ludwig Stock organisiert. Diese beiden Herren opferten viel Zeit und Mühe, bis die Kapelle unter der Leitung des neu verpflichteten Dirigenten, Herrn Helmut Voigtmann, erstmals auftreten konnte. Die Ausbildung war allerdings recht schnell abgeschlossen. So berichtet unser einziges, noch aktives Gründungsmitglied Harald Leidoldt, dass seine komplette Trompeten-Ausbildung aus vier Mal Gruppenunterricht in der Stube von Karl Böhler bestanden hat.

Jungmusiker am Konzert der Jugendkappe zu Weihnachten
Weihnachtsfeier mit der Jugendkapelle '85

In der Folgezeit wurden die neuen Musiker von den Aktiven im Register ausgebildet. So lernte unser Vorstand Alexander Kopp das Tubaspielen vom ehemaligen Wirt des Landgasthaus Bohl, Hermann Wick. In bleibender Erinnerung sind die ersten Unterrichtsstunden mit dem Stück „Military Escort“ welches in der Tuba nur aus Vorschlägen mit sage und schreibe drei unterschiedlichen Noten besteht.

 

Auf dem Bild hinten links: Alexander Kopp, Jürgen Frick, Alexander Wick; Davor: Mathias Handloser und Martin Meitz; Hinten: Wolfang Remmling; Von vorne links: Carmen Waibel, Miriam Pütschel, Gerald Kopp, Christian Künstner, Christine Graf, Armin Buchegger, Bettina Graf; Von hinten zu sehen: Petra Schoch und Nicole Künstner. Rechts im Bild der damalige Dirigent Wilfried Künz. 

Auszeichnungen für besondere Leistungen

Unter den Dirigenten Wilfried Künz und Edmund Zinsmayer wurden die Kinder und Jugendlichen zuerst in einem Theorieunterricht und dann auf den Instrumenten mit passendem Notenmaterial angeleitet. Insbesondere beim Dirigenten Edmund Zinsmayer wurde der Instrumentalunterricht auch nach der Eingliederung in die aktive Kapelle fortgeführt und die Jugendlichen konnten erstmals das Jungmusikerleistungsabzeichen in Silber erreichen. Unsere jetziger Aushilfsmusiker am Tenorhorn, Christian Pelz, war für lange Zeit der einzige Musiker, welcher das Goldene Abzeichen erreicht hat. Ihm sollten bis zum heutigen Tage nur drei weitere Goldjungen nachfolgen - Darunter Maximilian Kopp der 2018 sein Abzeichen erhielt.

Anfang der 90er Jahre, unter Jugendleiter Alexander Kopp, wurde die Ausbildung an die Jugendmusikschule nach Singen verlagert. Um den Unterricht vor Ort anbieten zu können und den Kindern die Möglichkeit einer eigenen Jugendkapelle zu bieten, hat der Musikverein die Blasmusikschule Hausen gegründet, ich welcher ausgebildete Musikpädagogen den Unterricht in der Eichenhalle erteilten. Mathias Gloe war der allererste Dirigent der Juka. Auf ihn folgte unser eigener Jungmusiker und Posaunist Timo Fritsch, welcher für eine lange Zeit der Juka vorstand. Das Wertungsspiel in Villingen, mit Höchstpunktzahl und das internationale Jugendkapellen in Vaduz/Lichtenstein, waren unbestreitbare Höhepunkte dieser Ära. In der nachfolgenden Zeit hat die Jugendkapelle Hausen mit Urs Gnädinger, Melanie Joos, Rebecca Behrendt und Antonia Meßmer, bestens mit Dirigier-Debütanten zusammen gearbeitet. Alle Mitglieder der Juka von Antonia wurden nach dem Auftritt bei den Wirtshausmusikanten 2017, in die aktive Kapelle integriert - ein Erfolg der nicht jedem Verein gelingt!

Kooperation mit der Grundschule Friedingen

Grundschüler mit selbstgebauten Instrumenten
Grundschüler mit selbstgebauten Instrumenten

Im Oktober 2009 hat der Musikverein Hausen zusammen mit der Jugendmusikschule Singen und Grundschule Friedingen das Projekt „Klassenmusizieren“ ins Leben gerufen. Dabei wurde die komplette Klasse auf einem Musikinstrument unterrichtet. Bei der Theater- und Konzertveranstaltung im Mai 2011 konnte die erste und zweite Klasse zeigen, was sie auf den Blockflöten gelernt hatten. Die vierte Klasse wurde bereits seit einem Jahr an verschiedenen Blechblasinstrumenten unterrichtet. Die Dauerkooperation Schule – Verein hatte einen erhebliche organisatorischen und finanziellen Aufwand, welcher leider nicht im Verhältnis zu den gewonnen Jungmusikern stand. Da alle Infoveranstaltungen, Werbeversuche und persönlichen Ansprachen an die Jugendlichen erfolglos blieben, pausiert die Jugendausbildung seit ein paar Jahren. Aus diesem Grund heißt es in Hausen „Zurück zu den Wurzeln“. So ist die Erwachsenenausbildung zum Erfolgsmodell bei der Mitgliedergewinnung geworden. Mit Kirsten Haupt, Marion Kolb und Rolf Nothhelfer, haben wir drei neue Jungmusiker in unseren Reihen, welche das 50. Lebensjahr schon überschritten haben. Zwei weitere Interessenten sind schon ganz nah dran und nach der Corona-Pandemie wird der Musikverein Hausen wieder in beiden Bereichen, der Jugend- und Erwachsenenwerbung, voll durchstarten.

Ist derzeit eine Musikausbildung möglich?

Wir als Verein sind natürlich auch weiterhin auf der Suche nach neuen frischen Talenten - egal welchen Alters! Hast Du auch Interesse ein Instrument zu lernen? Dann melde Dich einfach bei unserer Jugendleiterin Franziska über das Kontaktformular oder direkt bei unseren Musikern - Wir freuen uns auf Dich!