Ein Interview mit dem Chef der Kapelle

Christian Waibel ist bereits seit 2007 Dirigent unseres Vereins - und damit mit großem Abstand der Dirigent mit der längsten Amtszeit in der Geschichte des Musikvereins. Grund genug unseren Dirigenten etwas auszuquetschen ...

Dirigent leitet Konzert mit Chor und Musikkapelle
Christian Waibel leitet beim Kirchenkonzert nicht nur die Kapelle, sondern auch den Chor

Frage: Wie war eigentlich dein Weg zur und innerhalb der Blasmusik?

Ich war als Kind bereits beim Fußball in der Jugend des TSV Überlingen am Ried und wollte aber auch in den Musikverein. Meine 2 Brüder waren damals auch im Musikverein. Ich weiß noch genau, dass meine 1. Musikprobe am gleichen Tag wie die Einschulung in die Zeppelin-Realschule Singen Anfang September 1979 war. Zeitgleich fingen damals 9 weitere Kinder im Musikverein an. Von den insgesamt 10 Personen, die im September 1979 anfingen, bin ich heute der Einzige, der immer noch Musik macht. 

 

Zunächst war nur Musiktheorie und erst nach ca. einem ½ Jahr bekam ich damals mein Wunschinstrument: Das Flügelhorn.

Mein Ausbilder Josef Scheu, der später dann auch der Dirigent im MV Überlingen am Ried war, brachte mir das dann Spielen auf dem Flügelhorn bei. Natürlich musste ich auch zu Hause üben.

 

So ab 1984 (glaube ich) durfte ich dann bei den Aktiven des MV Überlingen am Ried dann mitspielen. Mir wurde gleich das 1. Flügelhorn als Stimme gegeben. Eigentlich waren an der Stimme noch 2 weitere Musiker, aber die waren fast nie da und deshalb war es für mich schon schwer, gut in das Orchester reinzukommen.

So ging es dann weiter über die jungen Jahre und ich entwickelte mich musikalisch sehr gut weiter.

1988 war der 1. Dirigentenwechsel in Überlingen für mich auf Robert Huber. Robert Huber, selbst früher ein sehr guter Trompeter, setzte die musikalische Maßstäbe sehr hoch an. Aber leider konnten und wollten einige Musikerkolleginnen und Musikerkollegen diesen Weg nicht mitgehen und verließen den Verein. Er war es auch, der darauf drängte, dass alle Flügelhornisten auch eine Trompete haben müssen. Daraufhin kaufte ich meine 1. eigene Trompete. Durch die hohen Ansprüche von Robert Huber wurde meine musikalische Leistung stetig besser.

Bedingt durch die vielen Austritte waren wir am kleinen Blech noch max. 4 Bläser und hatten dem entsprechend „viel zu tun“, d.h. teilweise lagen 2 verschiedene Noten nebeneinander und wir mussten innerhalb der Stücke hin- und herspringen.

 

Die nächste Zeit, die mich prägte, war so im Jahr 1991 die Anfrage von Uwe Sauter, in die neuen Böhmerländer Musikanten einzutreten. Eine damals ganz neue Formation mit Hauptsitz in Tengen, die sich der Böhmischen Blasmusik verschrieben hatte.

Normalerweise geht es ja mit kleinen Auftritten los, aber unser 1. Auftritt war ein Live-Auftritt am Radio beim SWR4 im Rahmen eines Etappenortes der „Tour de Ländle“ in Villingen-Schwenningen.

Eine ganz heiße Sache für einen Start einer neuen Formation!

Über die vielen Jahre bei den „Böhmerländern“ haben wir ganz sicher so 80 bis 100 Live-Auftritte bei verschiedenen Radiosendern gespielt. Dann wurde das eher zur Routine. Ebenso folgten dann relativ bald auch die 1. Fernsehauftritte. Unvergessen der 1. Auftritt im ZDF bei der „Volkstümlichen Hitparade“ mit Caroline Reiber. Ganz ungewohnt, alles Playback, Durchlaufproben im Studio, dann in der Maske geschminkt zu werden, Leute, die einem Hemden gebügelt haben… Oder der Fernsehauftritt im „Musikantenstadl“ bei Karl Moik, der am Hochjoch in Schruns/Vorarlberg auf 1800 m Höhe stattfand. Auch hier Profis vom ORF mit allem was dazu notwendig ist. Schlechtes Wetter dann leider am Tag der Live-Sendung. Starker Regen den ganzen Tag schon; der ORF überlegte, anstatt diese Sendung eine Aufzeichnung vom Musikantenstadl aus Peking zu senden. Karl Moik selbst kam zu uns in die Umkleide kam und fragte: „Burschen, spielt’s ihr? Keine Frage wir waren dabei. Kurz nach der Sendung schneite es dann am 01.06.2001 auf 1800 m Höhe…

Ich bin heute immer noch am 1. Flügelhorn von „Uwe Sauter & D’BöÖöhmis“ mit dabei, wobei sich über die Zeit der Musikstil von perfekter böhmischer Blasmusik in Richtung „Bigband-Sound“ oder auch die „Party-Mucke“ geändert hat. Wir können in der Formation aber immer noch alle Richtungen abdecken, je nachdem was der Veranstalter wünscht.

Frage: Und wie kamst du dann zum MV Hausen?

Wie kam ich zum MV? Ab und an war ich von Alexander Kopp, der auch viele Jahre bei den Böhmerländern spielte, als Aushilfe angefragt worden . 

So auch zu einem Doppelkonzert mit dem MV Rötenbach aus dem Schwarzwald. Hier lernte ich dann meine wunderbare Frau Carmen näher kennen und lieben!

Dadurch war ich auch mehr beim MV Hausen bzw. der Spielgemeinschaft Hausen/Beuren mit dabei.

Dann bauten wir das Elternhaus von Carmen um und wir zogen zusammen dort ein.

Die nächsten Jahre hatte ich dann 3 Orchester zum Mitspielen und Proben: MV Überlingen a.R., MV Hausen a.d.A. und die Böhmerländer. Zeitlich eine sehr schwierige Sache für die Familie, die Kinder und mich.

 

Ja, so lief das über die vielen Jahre, in den ich Musik mache. Bis ich dann Dirigent wurde und beim MV Überlingen a.R. aufgehört habe.

Christian Waibel am Konzert 1997 noch recht versteckt im Bild
Christian Waibel am Konzert 1997 noch recht versteckt im Bild

Frage: Was brachte dich zu deiner Berufung als Dirigent?

Als Josef Watz Ende 2006 beim MV Hausen a.d.A. als Dirigent aufhörte und leider auch einige verdiente Ehrenmitglieder zu anderen Vereinen wechselten oder aufhörten, waren wir im MV Hausen a.d.A. nur noch 16 aktive Musikerinnen und Musiker. Wir hatten dann eine „Krisensitzung“ mit allen Musikern. Es ging – leider nicht das 1. Mal – darum, ob wir weitermachen können oder aufhören.

Einen externen Dirigenten zu finden, der sich mit so wenigen Musikerinnen und Musikern zufriedengibt, war kurzfristig ein unmögliches Unterfangen. Also ging es um eine interne Lösung.

 

Da blieben so beim Überlegen, wer das machen könnte, nicht viele übrig, die da machen könnten….

So wurde ich eine Interimslösung!!! Ich hatte Erfahrung mit verschiedenen Dirigenten in Überlingen und Hausen gemacht, aber auch die jahrelange Erfahrung wie Uwe Sauter in den Proben mit den Musikerinnen und Musikern arbeitete, prägte mich sehr.

Okay, versuchen wir es. Ich hatte davor noch nie dirigiert - Beim Bund deutscher Blasmusikverbände in Staufen meldete ich mich dann zu einem „Schnupperkurs“ über 2 Wochenenden an, wobei ich nur an 1 Wochenende daran teilnahm. Hier bekam man zumindest die Grundbegriffe gezeigt. Alles weitere habe ich mir dann selbst angeeignet.

 

Für einen offiziellen C3-Dirigenten-Lehrgang vom Verband hatte ich nie wirklich Zeit dazu. Interessant und prägend für meine Art/Auffassung als Dirigent war mitzubekommen, dass sich mal in Überlingen am Ried für eine Lehrgangsprobe des C3-Dirigentlehrgangs dann 2 Lehrgangsteilnehmerinnen vorstellten und mit dem MV Überlingen a.R. je ein Musikstück einstudieren sollten. Die beiden angehenden Dirigenten war sehr unterschiedlich. Eine wusste ziemlich genau, was sie wie was haben wollte; die andere musste immer wieder ihren auch anwesenden Mentor fragen, wie sie was machen sollte.

Das hat mich auch geprägt, denn beim Dirigieren kommt es zwar auch auf ein exaktes Dirigat an, aber es ist viel wichtiger zu wissen und vor allem rüberzubringen, was und wie das Stück zu klingen hat. Im Kopf muss eine klare Vorstellung da sein, was am Ende der Probephase für ein Stück dabei herauskommen muss. Wenn das nicht funktioniert beim Dirigenten, dann ist das Ergebnis das, dass die Musiker zwar die Noten einigermaßen korrekt spielen, aber das Orchester keine Spielfreude zeigt und das Stück nicht „klingt“ bzw. nur heruntergespielt ist. Das Publikum merkt sehr schnell, ob die Musiker und auch der Dirigent mit Freude und Eifer bei der Sache sind oder überkonzentriert und musikalisch überfordert agieren.

Das ist meine „Philosophie“ für das Dirigieren.

Ich denke, dass ich damit die letzten jetzt schon 14 Jahre nicht schlecht gefahren bin! 

Vom ersten Probenwochenende 2007 hat sich in den letzten Jahren doch einiges getan...

Frage: Hat man als Dirigent ein Lieblingsstück?

Puh, ein Lieblingsstück. Das ist schwierig. Das lässt sich eigentlich nicht definieren. Über die schon bald 40 Jahre, in denen ich Musik mache, war vieles populär und hat einem gefallen.

Eine richtig gespielte Polka ist mir genauso viel wert, wie ein tolles Solostück oder ein Stück, bei dem alle im Orchester richtig viel (auch eigenständig) arbeiten müssen.

Sorry, aber da kann und will jetzt keinen Titel raushauen.

frage: Was macht dir am meisten Spass?

Als Dirigent macht mir am meisten Spaß zu sehen, dass wir miteinander Stücke erarbeiten können, die ich mir vor Jahren nur geträumt habe. Diese mit dem MV Hausen a.d.A. zu spielen und dabei zu sehen, wie sich die Musikerinnen und Musiker entwickeln, zu wissen, wen ich wie fordern und fördern kann. Das ist der musikalische Teil. 

Menschlich ist für mich toll, wie die Musikerinnen und Musiker mitziehen, wie sie sich engagieren und in die Proben kommen. Wir können offen miteinander reden, haben es auch lustig und lachen in der Probe, aber arbeiten dann aber auch wieder sehr konzentriert miteinander. Registerproben und auch die schönen Probewochenenden, die für mich sehr sehr anstrengend sind, werden gut aufgenommen. Ohne überheblich klingen zu wollen, wird mir von den Musikerinnen und Musikern eine gute Probearbeit attestiert. Über die vielen Jahre als Dirigent ist das wichtig.

Frage: Dann gibt es doch auch sicher etwas worauf du verzichten könntest?

Gerne verzichten würde ich auf die Tatsache, dass wir personell immer am untersten Level sind. Halt, nicht falsch verstehen, es geht mir nicht um die Qualität der Musikerinnen und Musiker. Diese ist hervorragend. Mir geht es darum, dass ich gerne mehr Musiker hätte, die es einfacher machen würden, die Stücke im Original-Arrangement zu spielen, anstatt immer wieder Passagen umzuschreiben auf andere Stimmen, um somit sonst entstehende Lücken zu füllen. In der Zeit als Dirigent habe ich nun über 2500 Dateien auf meinem Laptop, die entweder ganze Stimmen oder eben nur Ausschnitte/Passagen sind, die ich umgeschrieben habe. Das möchte ich aber nicht in Stunden/Wochen/Monate umrechnen, was das an Zeit gekostet hat. ABER: Der Erfolg mit den Anpassungen in den Stücken gibt mir recht, weil das Stück sonst nicht funktioniert hätte.

Frage: Wie hast du als Dirigent die Pandemie erlebt?

Ja, leider war ja Anfang März 2020 zunächst einmal Schluss mit Musikproben oder gar Auftritte. Zum Sommer 2020 durften wir zwar wieder proben, aber es gab keine Ziele in Form von Auftritten, weil jeder Veranstalter die Auftritte abgesagt hatte.

Nach der Sommerpause 2020 hatten wir ein kleines musikalisches Ziel in Form der Mitgestaltung eines Wortgottesdienstes auf dem Lindenplatz. Wir probten dann weiter und ich hatte ein paar neue Stücke „in Arbeit“ mit meinen Musikerinnen und Musikern. Aber dann war ja am 30.10.2020 die letzte Musikprobe vor dem nächsten Lockdown bis wir dann wieder im Juni 2021 mit Proben im Freien beginnen durften. Mir und auch dem Vorstand war wichtig, dass wir keine weiteren Abgänge zu verzeichnen hatten. Im Gegenteil war unsere Erwachsenen bzw. Wiedereinsteigerwerbung erfolgreich und wir konnten uns sogar noch verstärken!!! Von anderen Vereinen in der Umgebung hörten wir leider anderes…

Musikalisch hatten wir nie vor, irgendwelche Videos zu erstellen, in dem jeder Musiker ein Stück spielt und das dann in mühevoller Kleinstarbeit zusammenzuschneiden und zu veröffentlichen. Auch neue Stücke zu suchen, war nicht meine Intension, dann ich habe ja immer noch Stücke, die aus der letzten Sommersaison-Repertoire-Suche noch nicht gespielt sind!

Als MV Hausen a.d.A. waren wir etwas aktiv mit den – wie wir uns intern nennen – „St. Agatha-Bläsern“. Wir spielten zu viert, d.h. Steffen Kollosche, Maximilian und Alexander Kopp und ich Weihnachtslieder beim Hospiz in Singen, dann 2x an Weihnachten in der St. Agatha-Kirche in Hausen und begleiteten bis nach dem Lockdown noch 2 weitere Messen in der Kirche in Hausen. Mit Weihnachtsliedern sind wir über die netten Weihnachtsliederheftchen gut ausgestattet. Für die 2 weiteren Messen habe ich dann Stücke wie „Arrival von ABBA“, „Trumpet Voluntary“, „Amazing Grace“, „Über 7 Brücken“ und „Heal the World“ für eine Quartett-Besetzung umgeschrieben, damit diese dann spielbar und auch funktioniert haben. Neben dem Arrangieren für das Quartett musste ich selbst an der 1. Stimme ran, d.h. auch hier mal wieder viel eigenes Üben, um für diese Messen dann „fit“ zu sein. Also hatte ich schon zu tun, aber eben nicht regelmäßig mit Musikproben, Repertoire-Suche, Noten umschreiben usw.

Jetzt sind wir wieder beim Proben. Das Wetter und vor allem die aktuellen Corona-Regeln mit 3G für Musikproben in Innenräumen machen es uns nicht einfach, den Probebetrieb aufrecht zu erhalten. Ich hoffe, dass wir damit zurechtkommen und uns die Möglichkeit des Probens aufgrund der Corona-Regeln nicht genommen wird.

Der 1. Vorstand und ich sind sogar noch optimistisch, vielleicht das Kirchenkonzert abhalten zu können…

Auftritt der St. Aghata Bläser vergangene Weihnachten
Auftritt der St. Aghata Bläser vergangene Weihnachten

Auf dem Weg in ein neues Jahrtausend

Vereinshistorie Teil 2

Wertungsspiel in Mühlhausen
Wertungsspiel in Mühlhausen

Ab 1997 veranstaltete der Musikverein nun jährlich für sechs Jahre sein Doppelkonzert. Auch ein Kirchenkonzert - gemeinsam mit dem Kirchenchor - wurde während dieser Zeit geboren.

Am 17. Mai 1998 nahm der Musikverein Hausen - nach vielen Jahren - wieder an einem Wertungsspiel teil und konnte den Unterhaltungswettbewerb in der Klasse 4 mit sehr gutem Erfolg abschliessen.

Die nun vor den Konzerten durchgeführten Probenwochenende - meist in der Schweiz oder im Schwarzwald - finden bei den Musikern guten Anklang. Neben den Verbesserungen der musikalischen Fähigkeiten, kommt hier auch der kameradschaftliche Aspekt nicht zu kurz.

Im Dezember 2001 übergab Stephan Einsiedler bei der Weihnachtsfeier des Vereins an Frau Daniela Schafhäutle den Taktstock.

Daniela Schafhäutle führte die schon zur Tradition gewordenen Doppelkonzerte fort. Jeweils im Frühjahr konnten im Jahr 2002 der Musikverein Randegg und im Jahr 2003 der Musikverein Bohlingen als Gastkapellen begrüsst werden. Die Konzerte gelten als Höhepunkte in den Vereinsjahren. 

Das Doppelkonzert im Jahr 2003 war gleichzeitig auch das Abschiedskonzert für unsere Dirigentin Daniela Schafhäutle. Aus beruflichen Gründen musste sie ihr Dirigentenamt bei der Kapelle niederlegen. Als kleines Trostpflaster verabschiedet sie sich jedoch mit einem mehr als gelungenen Konzertabend von der Kapelle und den begeisterten Zuhörern.

Suche nach einem Neuen Dirigenten

Und wieder einmal macht sich die Vorstandschaft des MV Hausen auf die Suche nach einem neuen Dirigenten. Mit Herrn Josef Watz konnte ein neuer Dirigent für die nunmehr auf 18 Aktive geschrumpfte Kapelle gefunden werden. Keine leichte Aufgabe ... Zu Beginn konnten noch keine grossen Auftritte absolviert werden - man musste sich erst aneinander gewöhnen. Im Herbst 2003 konnte dann aber erstmals ein Konzert aufgeführt werden: gemeinsam mit dem Kirchenchor wurde wieder ein Kirchenkonzert veranstaltet, dass bei den Zuhörern sehr grossen Anklang fand.

Das Frühjahrskonzert 2004 gestaltete die Kapelle wieder in Eigenregie - ganz entgegen den Gepflogenheiten der letzten Jahre lud die Kapelle im Jahr 2004 keine Gastkapelle ein.

Das Jahr 2005 kurzgefasst: Es wurden keine Kriege gewonnen, aber dafür Schlachten tapfer geschlagen. Einige ältere Jungmusiker wurden in diesem Jahr erfolgreich in die Kapelle integriert. Die Kapelle absolviert ihre Auftritte gekonnt, auch wenn für manchen Auftritt einzelne Aushilfen benötigt wurden. 

Sicherlich ein Höhepunkt dieses Jahres war das Adventskonzert in der Hausener Pfarrkirche. Gemeinsam mit dem Kirchenchor Hausen präsentierte der Musikverein eine musikalische Alpenländische Messe, die bei den Zuhörern sehr großen Anklang fand. Der Dirigent Josef Watz hatte dieses Konzert perfekt vorbereitet und inszeniert. Eine Harfe und ein Hackbrett gaben dem Konzert den letzten Schliff. Das Konzert war - wie in den letzten Jahren - in einen Weihnachtsmarkt eingebettet, der von Jahr zu Jahr besser besucht wurde. 

Der Musikverein schaffte neue Fasnachtskutten an, um auch optisch mit dem vor ca. einem Jahr neu gegründeten Narrenverein "Reblaus-Zunft" zu harmonieren.

In der Vorstandschaft standen große Veränderungen an: Für die Neuwahlen im Frühjahr 2006 musste fast die komplette Vorstandschaft erneuert werden. Kein leichtes Unterfangen... .

... doch es gelang : Carmen Waibel wurde am 17.03.2006 einstimmig zum ersten (weiblichen) Vorstand des Musikvereins gewählt. Nadine Gisselbrecht, die den Verein bis dahin als 2. Vorstand hervorragend geleitet hatte (der bisherige Vorstand Gerd Grundl musste aus beruflichen Gründen überraschend umziehen), konnte nun erstmal durchatmen.

Umbruch

Der kleinste Musikverein im Hegau am Adventskonzert 2007
Der kleinste Musikverein im Hegau am Adventskonzert 2007

Das Stadtfest in Singen, bei dem der Verein schon seit Jahren einen festen Anlaufpunkt für die Festbesucher darstellt, wurde wiederum erfolgreich absolviert. Diese Veranstaltung stellt eine große Herausforderung an die Arbeitsleistung der Vereinsmitglieder dar - allerdings werden die erwirtschafteten Einnahmen auch dringend für den laufenden Vereinsbetrieb benötigt.

Zu Beginn des Jahres 2007 wechselte des bisherige Dirigent Josef Watz zu einem neuen Verein. Gleichzeitig verließen einige langjährig aktive Musiker die Kapelle.

In der Jahreshauptversammlung wurde Matthias Jäger zum neuen 1. Vorstand gewählt. Der Verein macht sich wieder auf die Suche nach einem neuen Dirigenten, der die auf derzeit 16 Aktive geschrumpfte Kapelle leiten soll. Die Suche gestaltete sich schwierig, so daß kurzerhand - bis auf weiteres - Christian Waibel die Leitung der Kapelle übernahm.

Die Kapelle lud auch in diesem Jahr widerum zum Frühjahrskonzert ein: den ersten Teil des Konzertes bestritt die Jugendkapelle und die Musikkapelle Hausen, den zweiten Konzertteil übernahm der Reservistenmusikzug 28 Ulm. Beiden Kapellen gelang es trefflich die Konzertbesucher zu unterhalten. Auch das Stadtfest in Singen wurde mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm auf der eigenen Musikbühne bereichert.

Jubiläum für die Blasmusikschule

Jugendorchester im Jahr 2009
Jugendorchester im Jahr 2009

Im Frühjahr 2008 fand gemeinsam mit dem Blasorchester der Stadt Singen ein Frühjahrskonzert der Hausener Jugendkapelle statt und Timo Fritsch wurde von Urs Gnädinger als Dirigent der Juka abgelöst. Mit den Bands Lemongras und den Aachtalern konnten für das Stadtfest erneut zwei Programmhöhepunkte gewonnen werden. Im Dezember 2008 sorgte der Musikverein für die musikalische Umrahmung bei der Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses “Altes Schulhaus” in Hausen. 

Im darauffolgenden Jahr veranstaltete der Musikverein ein Fest zum 10-jährigen Bestehen der eigenen Blasmusikschule, aus welcher mittlerweile schon einige Musikanten Ihren Weg in die aktive Kapelle gefunden hatten.

2010 musste der Musikverein auf das jährliche Stadtfest verzichten, da die Thüga als damaliger Hauptsponsor ausstieg und infolgedessen kein Stadtfest ausgetragen wurde. Als eine Art “Ersatzprogramm” übernahm der Musikverein die Bewirtung beim Public Viewing zur Fußball-WM auf dem Singener Rathausplatz. Im selben Jahr nahmen unsere Musiker am Landesmusikfest in Metzingen nach langem wieder an einem Wertungsspiel in der Kategorie 3 für Böhmisch-Mährische Blasmusik teil.

Jahr der Feste

Ehrung der Gründungsmitglieder zum 40. Jubiläum
Ehrung der Gründungsmitglieder zum 40. Jubiläum

Im Juni stand dann noch die Einweihung des Lindenplatzes Hausen auf dem Programm, welcher bereits im Jahr 2011 als Austragungsort für den ersten Dämmerschoppen des Musikvereins diente. 2011 war das Jahr der großen Feste - Erster Dämmerschoppen auf dem Lindenplatz, Stadtfest mit großer Bühne und zusätzlich gab es noch nebenbei das 40. Jubiläum zu feiern! Eine Oldienight mit der Band Veteranilli am Samstag und ein Frühschoppen am Sonntag mit Polka Cabana, einem Bezirkskonzert sowie der Ernennung von 24 Gründungsmitgliedern zu Ehrenmitgliedern konnten dem 40. Geburtstag einen angemessenen Rahmen verleihen. Des Weiteren gab Alexander Kopp, welcher seit 1995 als Jugendleiter Grundsteine für die Jugendausbildung gelegt hatte, sein Amt an Melanie Joos und Rebecca Behrendt ab.

Das Jahr 2012 hielt erneut einige Premieren bereit. Im April fand die erste Auflage der “Wirtshausmusikanten” statt. Der Mix aus uriger Wirtshausatmosphäre mit alten Möbelstücken, passender Dekoration von Alois Margraf und sowohl klassischer als auch moderner Blasmusik fand bei den Zuschauern großen Anklang. Es sollte für die kommenden Jahre den Saisonauftakt für den Musikverein werden.

Die Kreuzung beim Drogeriemarkt Müller und Sporthaus Schweizer wurde unter Vorstand Gerd Grundl in den Hausener Festplatz umgewandelt. Durch sein unermüdliches Engagement entwickelte sich die MV-Hausen-Bühne zu einem beliebten Anlaufpunkt beim Stadtfest. Der Musikverein Hausen stellte nicht nur die Bühne und organisiere das gesamte Unterhaltungsprogramm, sondern betrieb an dieser Kreuzung auch einen großen Bierwagen, das Wursthäusle und eine Sektbar. Im Jahr 2011 wurde dieser Kraftakt zum letzten Mal von den Hausener Musikern gestemmt. Danach waren wir jedes Jahr mit dem Wursthaus vertreten, in den letzten Jahren bei der Heimatbühne, neben dem Getränkestand der Caritas. Natürlich sind wir auch weiterhin musikalisch präsent und spielen in jedem Jahr in kleiner Besetzung zur Unterhaltung auf der Heimatbühne auf. 2012 wurde zudem erstmalig ein Adventskonzert unter dem Motto “Gemeinsam in den Advent” in Kooperation mit dem Hausener Kirchenchor an einem Samstag veranstaltet. In der Vorstandschaft wurde im Folgejahr Matthias Jäger durch den amtierenden Vorstand Alexander Kopp abgelöst.

Ab dem Jahr 2015 wurde das Adventskonzert nach Auflösung des Hausener Kirchenchors mit einem Gastchor veranstaltet. Die wechselnden Gastchöre mit Ihrer jeweils eigenen Stilrichtung geben dem Adventkonzert seitdem jährlich eine andere Note.

Neue Konzertformate

Zur Abwechslung mal keine 0815-Bratwurst mit Pommes, sondern frische Salate mit Paprika aus Beuren
Zur Abwechslung mal keine 0815-Bratwurst mit Pommes, sondern frische Salate mit Paprika aus Beuren

Die Wirtshausmusikanten fanden bis 2018 immer weniger Zulauf, sodass sich der Verein entschloss eine neue Konzertrichtung zu erproben. 2019 veranstaltete der Musikverein zusammen mit Unterstützung durch die Gärtnersiedlung Reichenau das erste Paprikafest. Das Fest erhielt einen ungeahnten Zulauf, sodass bereits vor Konzertende sämtliche Gerichte sowie die Kuchentheke restlos ausverkauft waren. Überwältigt von diesem Zulauf sicherte Vorstand Alexander Kopp eine Neuauflage des Paprikafest zu. Mit einem Benefizkonzert beim Pflegezentrum Hegau wurde zudem ein neuer Saisonauftakt geschaffen.

 

Am 1. Dezember 2019 machte sich schließlich ein kleines Virus auf den Weg in die Welt, welches uns als Verein vor nie dagewesene Probleme stellen sollte...

Chancen und Risiken - Corona

Am 27. Februar 2020 fand unsere letzte Probe vor der ersten Welle der Pandemie statt. Damit stellten sich für den Verein und auch für unseren Vorstand Alexander Kopp einige Probleme. Wie hält man eine Gruppe ohne Kontakt zusammen? Wie werden wichtige Sitzungen der Vorstandschaft ausgetragen? Und vor allem: Kommen nach dem Ende der Einschränkungen alle Musiker wieder zurück? Der Musikverein nutzte unter großem Zutun von Niklas Radtke die Chance den Verein in ein digitales Zeitalter zu bringen. Jeder Musiker hat nun ein persönliches Mailpostfach, für den Verein gibt es einen eigenen Cloud-Speicher und sogar ein eigenes soziales Netzwerk wurde erprobt. Daneben konnte über die neu gestaltete Homepage ein moderner Onlineshop realisiert werden und beispielsweise das “Digitale Wurschthäusle” geschaffen werden. Videokonferenzen für Besprechungen oder einfaches Beisammensein zur Fasnacht - Kein Problem!

Im Sommer 2020 konnten für kurze Zeit Freiluftproben vor der Scheune bei Thomas Stocker veranstaltet werden - Zur Freude von Alexander Kopp und Dirigent Christian Waibel mit allen Musikern ohne einen einzigen Abgang. Später wurden diese Proben nach Ausarbeitung eines entsprechenden Hygienekonzepts in die Eichenhalle verlagert. Mit Auftritten an Wortgottesdiensten oder kleinen Darbietungen wie am Hospiz “Horizont” in Singen blieben die Musiker auch weiterhin aktiv.

Juli - Holzbläser

Nachdem wir im März die Instrumentengruppe der Blechbläser vorgestellt haben widmen wir uns in diesem Monat den Instrumenten, die wortwörtlich aus einem anderen Holz geschnitzt sind. Nach unserem ehemaligen Dirigenten Edmund Zinsmeyer sind beispielsweise die Klarinetten die "Geigen des Orchesters".

Nun könnte man sich die Frage stellen, worin der unterschied zu den Blechbläsern besteht. Eine Querflöte oder ein Saxophon bestehen doch schließlich aus Metall? 

Wo kommt der Ton her?

Der Unterschied liegt in der Tonerzeugung: Metallblasinstrumentalisten erzeugen die Schwingungen des Luftstroms mit ihren Lippen. Das Mundstück der Metallblasinstrumente verfügt nicht über zusätzliche Rohrblätter oder einer Anblaskante (Auch Labium genannt), welche den Ton in Schwingungen versetzt. Der Holzbläser muss quasi das Blatt zum Schwingen kriegen, der Blechbläser seine Lippen.

Ein Saxopohonmundstück im Querschnitt
Ein Saxopohonmundstück im Querschnitt
Ein Flötenmundstück im Querschnitt
Ein Flötenmundstück im Querschnitt

Typische Vertreter der Holzbläser sind Querflöte, Blockflöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Saxophon. Einige dieser Instrumente werden bei uns im Verein gespielt:

Querflöte

Die Querflöte  besitzt im Gegensatz zu vielen Blasinstrumenten ein seitlich am Rohr angebrachtes Anblasloch. Sie ist ein bedeutendes Solo- und Orchesterinstrument und findet auch im Jazz (als Jazzflöte), in der Rock- und lateinamerikanischen Musik Verwendung.

Unsere Flötistinnen Lisa Zimmermann und Jana Waibel bei den Wirtshausmusikanten
Unsere Flötistinnen Lisa Zimmermann und Jana Waibel bei den Wirtshausmusikanten

Die Querflöte setzt sich aus einem Kopf-, Mittel und Fußstück zusammen.

 

Durch eine Verlängerung des Fußtücks kann beispielsweise die Querflöte einen Halbton tiefer - dem H - gespielt werden.

 

Das Mittelstück erhielt 1832 eine wichtige Revolution durch Theobald Böhm. Er erweiterte das Mittelstück um eine Mechanik über welche die Tonlöcher der Querflöte geöffnet und geschlossen werden. Dies erleichterte die Spielweise der Querflöte wesentlich, da zuvor die Tonlöcher von den Flötisten mit den Fingern geschlossen werden mussten. Hierzu waren teils Überkreuzungen der Finger notwendig.

 

Die von Theobald Böhm entwickelte Form der Mechanik bildet bis heute die Grundlage für den Bau von Querflöten. Seit diesem Zeitpunkt konnten die Flöten aus Metall gebaut werden und sich auch in größeren Orchestern klanglich behaupten.

Klarinette

Im Gegensatz zur Querflöte besitzt die Klarinette ein Mundstück mit Holzblättchen - ähnlich wie beim Saxophon. Sie verfügt unter den Blasinstrumenten über den bei weitem größten Tonumfang mit ungefähr vier Oktaven, auch abhängig von den Fähigkeiten des jeweiligen Klarinettisten.

An den Klarinetten: Melanie Joos, Carmen Waibel, Gabi Kopp und Raphael Klemmer
An den Klarinetten: Melanie Joos, Carmen Waibel, Gabi Kopp und Raphael Klemmer

Die Klarinette setzt sich aus 5 Teilen zusammen: Dem Mundstück, der Birne (Verbindung zwischen Mundstück und Oberstück), dem Ober- und Unterstück, sowie dem Schallstück.

 

Die Klarinette wird fast ausschließlich in einem von zwei Typen verwendet. Entweder im sogenannten "Böhm-System" oder dem "Deutschen System". Durch die unterschiedliche Anzahl an Klappen und Tonlöchern, sowie einer anderen Mensur, unterscheiden sich diese System nicht nur im Klang, sondern auch in der Handhabung beim Bespielen.

 

Durch die enorme klangliche Bandbreite ist die Klarinette fester Bestandteil jedes Orchesters und kommt insbesondere im Swing und der klassischen Blasmusik besonders zur Geltung.

Saxophon

Zuletzt stellen wird das hauptsächlich durch den Jazz bekannte Saxophon vor. Insbesondere in einem Verein unserer Größe ist es besonders sogar zwei Saxophone in unserem Ensemble zu haben.

Unsere Saxophonisten Cedric Krug und Kirsten Haupt
Unsere Saxophonisten Cedric Krug und Kirsten Haupt

Das Saxophon gibt es wie beispielsweise die Trompeten in verschiedenen Ausführungen. Von hoch nach tief werden diese als Sopranio, Soprano, Alt, Tenor, Bariton und Bass bezeichnet. Die beiden höchsten Ausführungen Sopranio und Soprano gibt es auch in der Variante eines geraden Instruments. Dieses gleicht in der Form dann in etwa einer Klarinette. Auch grifftechnisch ist das Instrument weitgehend mit der B-Klarinette und teilweise auch mit der modernen Querflöte verwandt.

 

Am häufigsten in Gebrauch sind Altsaxophon und Tenorsaxophon, gefolgt von Sopransaxophonen und Baritonsaxophonen. Das Altsaxophon ist nicht zuletzt deshalb am beliebtesten, weil es von Größe, Preis und Gewicht her auch als Anfängerinstrument für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Hinzu kommt, dass die hohen Töne keinen allzu starken Ansatz und die tiefen nicht zu viel Luft erfordern.

Interesse ein Instrument zu lernen?

Wenn Du Interesse hast ein Instrument zu lernen ist das - egal in welchem Alter - möglich!

 

Jana Waibel hat das Spielen der Querflöte bereits als Kind gelernt - unsere Saxophonistin Kirsten Haupt hat erst vor wenigen Jahren als Erwachsene begonnen ein Instrument zu lernen.

 

Wenn Du Interesse hast kannst du einfach einen unserer Musiker ansprechen oder unser Kontaktformular nutzen.

 

Wir freuen uns auf Dich :-)

Juni - Jugendausbildung

Auftritt von Musikern bei Fest
Einer der ersten Auftritte der noch jungen Truppe am Sommerfest '75

Kein Musikverein überlebt lange, wenn er es nicht schafft neue junge Menschen für Musik zu begeistern. Im Musikverein Hausen hatte die musikalische Ausbildung schon immer einen hohen Stellenwert. Für den Beginn der musikalischen Ausbildung im Musikverein Hausen liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Jedoch wurde von einem Zeitzeugen der Auftakt sehr eindrücklich geschildert: Das Musikhaus Lange aus Ravensburg kam mit einem Lastwagen voller alter Instrumente vor das Schulhaus gefahren, jeder der angehenden Musikanten zog ein Instrument aus dem Fahrzeug und schon war die Zuteilung vollbracht. Die meisten der neuen Blasmusiker waren ja bereits in gesetzten Alter und brachten als musikalische Grundlage bestenfalls das Blasen einer Fanfare oder die Rhythmik der Trommel mit. Durch den Patenverein, die Stadtmusik aus Singen, wurde der erste Musikunterricht mit dem Ausbilder Kurt Oschwald und später auch mit Herrn Musikdirektor Ludwig Stock organisiert. Diese beiden Herren opferten viel Zeit und Mühe, bis die Kapelle unter der Leitung des neu verpflichteten Dirigenten, Herrn Helmut Voigtmann, erstmals auftreten konnte. Die Ausbildung war allerdings recht schnell abgeschlossen. So berichtet unser einziges, noch aktives Gründungsmitglied Harald Leidoldt, dass seine komplette Trompeten-Ausbildung aus vier Mal Gruppenunterricht in der Stube von Karl Böhler bestanden hat.

Jungmusiker am Konzert der Jugendkappe zu Weihnachten
Weihnachtsfeier mit der Jugendkapelle '85

In der Folgezeit wurden die neuen Musiker von den Aktiven im Register ausgebildet. So lernte unser Vorstand Alexander Kopp das Tubaspielen vom ehemaligen Wirt des Landgasthaus Bohl, Hermann Wick. In bleibender Erinnerung sind die ersten Unterrichtsstunden mit dem Stück „Military Escort“ welches in der Tuba nur aus Vorschlägen mit sage und schreibe drei unterschiedlichen Noten besteht.

 

Auf dem Bild hinten links: Alexander Kopp, Jürgen Frick, Alexander Wick; Davor: Mathias Handloser und Martin Meitz; Hinten: Wolfang Remmling; Von vorne links: Carmen Waibel, Miriam Pütschel, Gerald Kopp, Christian Künstner, Christine Graf, Armin Buchegger, Bettina Graf; Von hinten zu sehen: Petra Schoch und Nicole Künstner. Rechts im Bild der damalige Dirigent Wilfried Künz. 

Auszeichnungen für besondere Leistungen

Unter den Dirigenten Wilfried Künz und Edmund Zinsmayer wurden die Kinder und Jugendlichen zuerst in einem Theorieunterricht und dann auf den Instrumenten mit passendem Notenmaterial angeleitet. Insbesondere beim Dirigenten Edmund Zinsmayer wurde der Instrumentalunterricht auch nach der Eingliederung in die aktive Kapelle fortgeführt und die Jugendlichen konnten erstmals das Jungmusikerleistungsabzeichen in Silber erreichen. Unsere jetziger Aushilfsmusiker am Tenorhorn, Christian Pelz, war für lange Zeit der einzige Musiker, welcher das Goldene Abzeichen erreicht hat. Ihm sollten bis zum heutigen Tage nur drei weitere Goldjungen nachfolgen - Darunter Maximilian Kopp der 2018 sein Abzeichen erhielt.

Anfang der 90er Jahre, unter Jugendleiter Alexander Kopp, wurde die Ausbildung an die Jugendmusikschule nach Singen verlagert. Um den Unterricht vor Ort anbieten zu können und den Kindern die Möglichkeit einer eigenen Jugendkapelle zu bieten, hat der Musikverein die Blasmusikschule Hausen gegründet, ich welcher ausgebildete Musikpädagogen den Unterricht in der Eichenhalle erteilten. Mathias Gloe war der allererste Dirigent der Juka. Auf ihn folgte unser eigener Jungmusiker und Posaunist Timo Fritsch, welcher für eine lange Zeit der Juka vorstand. Das Wertungsspiel in Villingen, mit Höchstpunktzahl und das internationale Jugendkapellen in Vaduz/Lichtenstein, waren unbestreitbare Höhepunkte dieser Ära. In der nachfolgenden Zeit hat die Jugendkapelle Hausen mit Urs Gnädinger, Melanie Joos, Rebecca Behrendt und Antonia Meßmer, bestens mit Dirigier-Debütanten zusammen gearbeitet. Alle Mitglieder der Juka von Antonia wurden nach dem Auftritt bei den Wirtshausmusikanten 2017, in die aktive Kapelle integriert - ein Erfolg der nicht jedem Verein gelingt!

Kooperation mit der Grundschule Friedingen

Grundschüler mit selbstgebauten Instrumenten
Grundschüler mit selbstgebauten Instrumenten

Im Oktober 2009 hat der Musikverein Hausen zusammen mit der Jugendmusikschule Singen und Grundschule Friedingen das Projekt „Klassenmusizieren“ ins Leben gerufen. Dabei wurde die komplette Klasse auf einem Musikinstrument unterrichtet. Bei der Theater- und Konzertveranstaltung im Mai 2011 konnte die erste und zweite Klasse zeigen, was sie auf den Blockflöten gelernt hatten. Die vierte Klasse wurde bereits seit einem Jahr an verschiedenen Blechblasinstrumenten unterrichtet. Die Dauerkooperation Schule – Verein hatte einen erhebliche organisatorischen und finanziellen Aufwand, welcher leider nicht im Verhältnis zu den gewonnen Jungmusikern stand. Da alle Infoveranstaltungen, Werbeversuche und persönlichen Ansprachen an die Jugendlichen erfolglos blieben, pausiert die Jugendausbildung seit ein paar Jahren. Aus diesem Grund heißt es in Hausen „Zurück zu den Wurzeln“. So ist die Erwachsenenausbildung zum Erfolgsmodell bei der Mitgliedergewinnung geworden. Mit Kirsten Haupt, Marion Kolb und Rolf Nothhelfer, haben wir drei neue Jungmusiker in unseren Reihen, welche das 50. Lebensjahr schon überschritten haben. Zwei weitere Interessenten sind schon ganz nah dran und nach der Corona-Pandemie wird der Musikverein Hausen wieder in beiden Bereichen, der Jugend- und Erwachsenenwerbung, voll durchstarten.

Ist derzeit eine Musikausbildung möglich?

Wir als Verein sind natürlich auch weiterhin auf der Suche nach neuen frischen Talenten - egal welchen Alters! Hast Du auch Interesse ein Instrument zu lernen? Dann melde Dich einfach bei unserer Jugendleiterin Franziska über das Kontaktformular oder direkt bei unseren Musikern - Wir freuen uns auf Dich!

Mai - Historische Feste

Leider fiel der Tanz in den Mai dieses Jahr nicht nur wetterbedingt ins Wasser. Wir haben uns das zum Anlass genommen ihnen einige bisher unveröffentlichte Aufnahmen vergangener Feste zu zeigen. Der Musikverein hat seit seiner Gründung vor 50 Jahren eine große Bandbreite an Formaten für verschiedene Darbietungen geschaffen. Von Platzkonzert in der Kirche bis hin zu "Open-Air" Terminen wie dem Sommerfest mit Tauziehen war wirklich alles dabei:

Bezirksmusikfeste

Trompeter Walter Scholz spielt Solo an Bezirksmusikfest
Walter Scholz setzt zum Solo an

Bezirksmusikfeste bilden ein wichtigen Teil der Gemeinschaft zwischen den einzelnen Musikvereinen eines Bezirks. Insbesondere zu Vereinsjubiläen kommen hier sehr viele Musiker und Zuhörer zusammen.

 

Bis heute unangefochten ist hierbei das Bezirksmusikfest von 1981 zum 10. Geburtstag des Musikvereins. Walter Scholz, ein weltbekannter Trompeter gibt sein enormes Talent in Hausen zum Besten. Dass ein Musiker mit über 15 Millionen verkauften Tonträgern, sowie 15 Gold- und 3 Platinschallplatten seinen Weg nach Hausen findet wird wohl nie vergessen.

Sportfest

Auch gemeinsame Feste mit anderen örtlichen Vereinen gehören schon lange zum Musikverein. Insbesondere das in den 90ern ausgetragene Sport und Musikfest füllte regelmäßig ein ganzes Festzelt:

Advents- und Weihnachtskonzert

Seit den ersten Jahren des Musikvereins hat das letzte Konzert des Jahres sich in immer neuen Formen gezeigt:

April - 50 Jahre MV Hausen

Unser Musikverein ist nun 50 Jahre alt! Nach dem ersten Teil unserer Historie im Januar ist es jetzt an der Zeit zu schauen, wo unser Verein heute steht:

Jüngster Verein des Verbands

Der Musikverein Hausen ist der jüngste Verein im Blasmusikverband Hegau-Bodensee. Mit 24 aktiven Musikern sind wir darüber hinaus auch einer der kleinsten Vereine im Verband. Bei unseren aktiven Musikern können wir stolz eine breite Altersspanne von 17-75 Jahren vorweisen, wobei ein großer Teil auf die jüngeren Altersgruppen entfällt. Aus unserer ehemaligen Jugendkapelle konnten wir fast alle Jugendlichen erfolgreich in die aktive Kapelle überführen. Dies spricht für das große Engagement unseres Vorstands Alexander Kopp im Bereich der Jugendausbildung der vergangen Jahrzehnte. Diese weite Altersspanne konkurriert auch keineswegs mit einem kameradschaftlichen Miteinander der Musiker. Nach den wöchentlichen Proben bleibt man gerne noch etwas länger um Geburtstage zu feiern - teils auch bis in die späten Abendstunden. An den jährlichen Ausflügen sind immer nahezu alle Musiker anwesend. Darüber hinaus ist unser Verein auch musikalisch sehr gut aufgestellt. Dies ist insbesondere unserem langjährigen Dirigenten Christian Waibel zu verdanken, welcher in Eigenregie ganze Arrangements für die kleine Besetzung unserer Kapelle umschreibt. Dadurch ist es uns möglich nicht nur die tausendste Wiederholung eines Klassikers wie “Auf der Vogelwiese” zum besten zu geben, sondern auch aktuelle Titel aus Rock und Pop in Konzerte mit einzubinden. “Von Ernst Mosch bis zu den Toten Hosen”

Die WErkzeuge des Musikvereins

Als Basis hierfür benötigt ein Verein natürlich auch eine entsprechende Infrastruktur. Insbesondere ein eigener Proberaum mit Küche direkt in Hausen ist heutzutage keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Neben einer professionellen Beschallungsanlage für Konzerte mit Gesang hat sich der Musikverein in den vergangenen 50 Jahren auch ein weites Sortiment an Instrumenten angeeignet, welche für die Jugend- und Erwachsenenausbildung zur Verfügung stehen. Auch im digitalen Bereich ist der Musikverein auf einem guten Stand. Von moderner und aktueller Website über soziale Medien bis hin zu personalisierten Email Adressen und einem eigenen Cloud Speicher - der Musikverein verschließt sich keiner Neuerung.

JUBILÄUMSFEIER IM FRÜHJAHR 2022

Sport- und Musikfest in Hausen
Sport- und Musikfest in Hausen

Zur Feier unseres Jubiläums sollte am 16. & 17.  April diesen Jahres,  ein zweitägiges Fest stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir diesen Termin in das Frühjahr 2022 verschoben. Am Freitag soll ein Festakt in Form eines Doppelkonzerts zusammen mit unserer Patenkapelle, dem Blasorchester der Stadt Singen den Auftakt in die Feierlichkeiten bilden. Am Samstag folgt dann ein Bezirksmusikfest unter dem Motto “Non-Stop-Blasmusik”. Nähere Details hierzu werden zum passenden Zeitpunkt folgen.

Vereinsleben in Zeiten von Corona

Auftritt der "St. Aghata Bläser" an der Hospiz in Singen
Auftritt der "St. Aghata Bläser" an der Hospiz in Singen

Auch wenn vielen von uns das Thema Pandemie und Corona die Geduld sehr strapaziert dürfte wollen wir an dieser Stelle  einen kleinen Lichtblick bieten. Wir als Musikverein sind bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen. Es freut uns keinerlei Abgänge bei den Musikern verzeichnen zu müssen. Nach Ausarbeitung eines Hygienekonzepts konnten wir im Sommer 2020 mit Proben an der frischen Luft beginnen und diese später in der Eichenhalle fortsetzen. Auch unserem gesellschaftlichen Einfluss sind wir und bewusst. Im März nahmen wir an der bundesweiten Aktion “Musik aus dem Fenster” teil und in der Adventszeit gaben wir den Bewohnern der Hospiz Singen ein Standkonzert in kleiner Besetzung zum Besten. Unsere Quartett-Besetzung, die “Sankt-Agatha-Bläser” konnten unter Einhaltung aller Hygienevorschriften einige Gottesdienste mitgestalten.

Sobald es wieder möglich ist, freuen wir uns wieder auf gemeinsame Proben und noch viel mehr auf Konzerte und Auftritte.

AUSBLICK UNSERES VORSTANDS FÜR DIE ZUKUNFT

Alexander Kopp
Alexander Kopp

Liebe Freunde und Gönner des MV Hausen,

 

es ist natürlich schade, dass wir unser Jubiläum nicht wie geplant feiern können. Dennoch bin ich stolz, wie meine Aktiven und die Vorstandschaft in dieser schweren Zeit zusammengehalten haben. Die Proben waren gut besucht, wir haben einen tollen Jubiläumskalender zusammengestellt. Alle ehemaligen Musiker, Dirigenten und Vorstände aus den vergangenen 50 Jahren, wurden persönlich angeschrieben und über das Jubiläum informiert. Die positiven Reaktionen, teilweise aus dem gesamten Bundesgebiet, haben uns sehr gefreut.

Ich bin mir sicher: So wie jetzt, die vor wenigen Wochen noch raren FFP2-Masken überall erhältlich sind, werden wir in 2 - 3 Monaten den Impfstoff zur Verfügung haben. Das normale Leben wird zurückkehren, wir werden unseren Probebetrieb wieder aufnehmen und eine neue Jugend- und Erwachsenenausbildung starten.

Zu unserem "Jubiläumsfest 50+1", im April 2022, möchte ich Sie schon heute recht herzlich einladen.

 

März - Blechbläser

Die besten Musiker können keine Musik machen ohne ihre Instrumente. Doch welche Instrumente gibt es denn überhaupt in der Blasmusik und wofür sind Sie da? Daher möchten wir in diesem Monat die Gruppe der Blechbläser vorstellen.

 

Wikipedia sagt uns dazu: "Ein Blechblasinstrument ist ein Blasinstrument, bei dem die Töne mit einem Kessel- oder Trichtermundstück nach dem Prinzip der Polsterpfeife angeblasen werden. Die schwingenden Lippen des Musikers erzeugen den Ton durch Ankopplung an eine konisch-zylindrische Röhre, deren Luftsäule als Resonator dient."

 

So weit so gut aber was heißt das jetzt genau? Bei Blechblasinstrumenten kommt es vor allem auf den Musiker an, wie weich oder hart/hoch oder tief der erzeugte Ton klingt. Dieser Ton wird anschließend durch das Instrument verstärkt oder durch Ventile und Züge verändert. Hierfür braucht es zu Beginn einiges an Übung bis die richtige Technik erlernt ist - Gleiches gilt jedoch auch für alte Hasen um in Übung zu bleiben ;-) Hierzu ein Ausschnitt unseres letzten Ausflugs nach Unterwasser:

Im Musikverein Hausen werden folgende Blechblasinstrumente eingesetzt: Das tiefste und größte Instrument ist die Tuba in B. Eine Oktave höher klingen das Waldhorn, das Tenorhorn, der Bariton und die Posaune. Dazwischen liegt die kleinere Tuba in Es. Nochmals eine Oktave höher als das Tenorhorn ist die Trompete und das Flügelhorn angesiedelt. 

Flügelhorn und Trompete - Das ist doch das gleiche?

Zwischen dem bekanntesten Blechbläser - der Trompete - und dem Flügelhorn bestehen einige Unterschiede in der Bauform und auch im daraus hervorgehenden Einsatz in der Musik! 

Die Trompete hat dünnere Rohre, ist eng mensuriert und klingt daher etwas härter und ist für einen strahlenden Ton geeignet. Flügelhörner sind viel weiter und haben ein vollen und warmen Klang und werden deshalb beispielsweise für getragene Melodien in Polkas eingesetzt. Die Trompete übernimmt die kurzen Signaltöne. Bei den tieferen Instrumenten ist die Posaune mit der Trompete vergleichbar. Alle andren tiefen Instrumente wie Tenorhorn, Bariton und Tuba sind weit mensuriert. (Unter dem Begriff der Mensuierung versteht man im Instrumentenbau Abmessungen und Maßverhältnisse)

Wie kommen denn die Töne zustande?

Pumpventil
Schematische Darstellung eines Pumpventils

Im wesentlichen wird durch eine veränderte Lippenspannung die Tonhöhe bestimmt. Geringe Lippenspannungen erzeugen tiefe und starke Spannungen hohe Töne. Durch den Druck, mit dem der Musiker ins das Instrument bläst kann dann noch die Lautstärke geändert werden. Auf diese Weise können jedoch nur die sogenannten "Naturtöne" erzeugt werden. Um die weiteren Zwischentöne spielen zu können haben die meisten Blechblasinstrumente Ventile. Wird ein solches Ventil gedrückt, so wird das Instrument um den entsprechenden Ventilbogen verlängert und der Ton somit tiefer. Das 1. Ventil macht das Instrument um einen ganzen Ton tiefer, das 2. um einen Halbton und das Dritte um 1,5 Töne. Durch die Kombination der Ventile können ausgehend von den Naturtönen alle anderen Zwischentöne erreicht werden.

Der Trugschluss "Die Trompete hat ja nur 3 Tasten, das ist ja viel einfacher als ein Klavier" sollte hiermit beseitigt sein :-)

Eine Besonderheit unter den Blechblasinstrumenten stellt die Posaune dar. Sie verzichtet vollständig auf Ventile. Stattdessen wird durch ein Zugrohr das Instrument verlängert und der Ton dementsprechend tiefer. Bei den übrigen Blechblasinstrumenten wird dies in verkleinerter Form dazu genutzt, um das Instrument zu stimmen.

Und was kann man damit alles spielen?

Musikalisch gesehen sind den Blechblasinstrumenten nahezu keine Grenzen gesetzt. Von der Verwendung als Soloinstrument in großen Symphonieorchestern bis hin zum Hintergrund Brass in Rock, Pop und Jazz ist alles möglich. Bekannte Brass-Bands, wie LaBrassBanda zeigen immer wieder aufs Neue, wie vielfältig Blasmusik sein kann. Auch für uns als Musiker ist es immer eine angenehme Abwechslung moderne Stücke, wie "Wannsee" von den Toten Hosen, "Auf uns" von Marc Forster oder den Lagerfeuer Klassiker "Country-Roads" von John Denver musikalisch zu interpretieren. 

Ich will das auch können!

Unser Musikverein freut sich über jeden Interessierten - egal ob jung oder alt! Mit Rolf Nothelfer, Kirsten Haupt und Marion Kolb konnten wir bereits 3 "Alt-Jungmusiker" erfolgreich in unsere Kapelle integrieren. Auch unsere ehemalige Jugendkapelle haben wir vollständig in unsere aktive Kapelle überführen können.

 

Hast Du auch Interesse ein Instrument zu lernen? Dann steht unsere Jugendleiterin Franziska Kopp steht für Fragen jederzeit zur Verfügung: Kontakt

 

Ansonsten kannst Du auch einfach einen Musiker ansprechen :-)

Februar - Fasnacht früher und heute

Da die Fasnacht in diesem Jahr wohl leider ausfällt, haben wir für diesen Monat ein paar Archivbilder aus frühen Jahren herausgesucht. Der Musikverein begleitet seit langem die Hausener Fasnacht mit der Fasnachtsmusik - vom Wecken am Schmutzige Dunschtig bis hin zur Verbrennung der Fasnet vor Aschermittwoch. 

 

An Fasnacht tauschen die Musiker Ihre Uniformen gegen verschiedene Häser ein. Meist in grüner Kutte der Reblauszunft angepasst. Bei besonderen Umzügen oder Mottos werden wir aber auch kreativ und kreieren neue Häser. Die meiste Vorbereitungszeit wurde immer für den Narrenspiegel am Fasnachts- Samstag verwendet. Die Akteure kamen aus der ganzen Hausener Bürgerschaft und stellten ein sehenswertes Programm auf die Beine. Die Eichenhalle war bis zu den Morgenstunden brechend voll, weil viele ehemalige Hausener an diesem Tag wieder den Weg in die alte Heimat fanden.

 

Höhepunkte waren unbestritten die Imitation des Musikantenstadel mit Thomas Stocker als Karl Moik und Alexander Kopp als Hias. Das Playback der gewichtigen "Wildecker Herzbuben" übernahmen fast täuschend echt Hermann Stocker und Wolfgang Hegge mit der Schnulze "Herzilein". In einem anderen Jahr  haben wir "Wetten, dass ...?" nachgespielt. Dabei wurde unter anderem Pfarrer Engelbert Ruf, samt Stuhl, mit einem Wagenheber auf vier umgedrehte Sektgläser gehieft. Bei der Außenwette (auf dem Weg entlang der Fensterfront der Halle), lieferte sich ein 11PS Oldtimerschlepper ein Tauziehen gegen 11 Männer der Holzer.

Hier ein paar Auszüge aus dem Fasnachtsleben der Musiker:

1979 spielten die Hausener Musiker zum Tanz in der Alten Gemeindehalle auf

1989 die Alte Gemeindehalle bzw. der heutige Jugendtreff bildeten schon in den 80'ern einen wichtigen Anlaufpunkt der Fasnet

1997 präsentierte sich der gesamte Musikverein am Narrenspiegel. Gerald Kopp glänzte hierbei mit dem "Zirkus Renz". Ein Solo für Xylophon und das anspruchsvolle Stück forderten die gesamte Kapelle. Zu Belohnung gab es ein begeistertes Publikum.

Im Jahr 1999 zeigten die Musiker erneut, was sie drauf haben. Umzug spielen am Vormittag - Unterhaltung in der Eichenhalle und am Abend dann auch noch Hemdglonker. am Fasnetsamschtig traten die Musiker in verschiedenen Gruppen als "Die Doofen" oder "Tic, Tac, Toe" auf.

Ein besonderes Ereignis war das Narrentreffen 2008 zusammen mit der Reblauszunft in St. Georgen im Schwarzwald. Anwohner wurden sogar im eigenen Wohnzimmer beschallt und auch ein geplatztes Trommelfell konnte die Musiker nicht bremsen - Wenn das mal kein Einsatz ist!

2020 fand erneut der Hegauumzug in Hausen statt

Hüserbsuch

Die freundlichen Einladungen am Schmutzige Dunschtig zum Hüserbsuch haben die Musiker natürlich immer gerne angenommen. Über zukünftige Einladungen freuen wir uns ebenfalls. Wir spielen nicht nur für Musiker zünftig auf 😉

Januar - Gründung

Gruppenfoto der ersten Besetzung
Das erste Gruppenfoto unseres Musikvereins

Der Musikverein Hausen wünscht allen ein frohes neues Jahr! - Hoffentlich schon bald wieder mit Konzerten und Auftritten. Unser Kalenderthema im Januar ist die Gründung unseres Musikvereins am 2. April 1971. Zum Auftakt in unser Jubiläumsjahr haben wir den ersten Teil unserer Entstehungsgeschichte ausgearbeitet. Teil 2 folgt dann in den kommenden Monaten.  

1961 - 1971: Die Vorläufer des Musikvereins

Der Fanfarenzug war der Vorläufer des heutigen Musikvereins
Der Fanfarenzug war der Vorläufer des heutigen Musikvereins

Nachdem in Hausen a. d. Aach in den zurückliegenden Jahren die Fasnacht dem Schicksal überlassen wurde, sollte es für die Zukunft eine geordnete Fasnacht geben. Es war an Fasnacht 1961, als der Gedanke aufkam, einen Narrenverein zu gründen und eine erste öffentliche Versammlung einzuberufen. Aus diesem Grunde trafen sich am 20. Mai 1961 im Gasthaus "Zum Kranz" viele interessierte Bürger zu einer Versammlung, um über die Gründung eines Narrenvereins zu beraten. Nach angeregter Diskussion war man bereit, ein Gremium zu wählen, das die Veranstaltungen der Fasnacht zu planen und in größerem Rahmen für Geselligkeit innerhalb der Interessierten zu sorgen hatte. Dem Gremium gehörten an: Josef Stadelhofer, Oskar Wick, Paul Wick, Josef Braun, Hans Stocker, Werner Meitz und Philipp Böhler.

Am 11.11.1961 fand im Gasthaus "Zur Sonne" die 1. Narrenversammlung statt. Einziger Tagesordnungspunkt war die Wahl des Elferrates. Bürgermeister Kurt Bölle wurde als Wahlleiter bestimmt, folgende Personen wurden in den Elferrat gewählt: Josef Stadel-hofer, Oskar Wick, Erich Messmer, Philipp Böhler, Paul Wick, Werner Meitz, Josef Wick, Richard Graf, Hans Stocker, Arnold Stocker und Alfons Wick. Als erster Vorstand wurde Josef Stadelhofer gewählt, als Narrenpolizei sollte Werner Bürklin fungieren.

Nachdem der Elferrat gebildet war, sollte dieser mit entsprechender Garderobe ausgerüstet werden. Die Kosten für die Garderobe hatte jeder selbst zu finanzieren. Mit einem kräftigen Narri-Narro wurde die Versammlung von Josef Stadelhofer geschlossen.

Nachdem 2 Jahre vergangen waren, erkannte man, dass ein Narrenverein ohne Musikbegleitung auf die Dauer kein Zustand sein kann. Der Vorschlag des Elferrates Alfons Wick, einen vereinseigenen Fanfarenzug zu gründen, fand großen Anklang. Anlässlich einer Mitgliederversammlung am 13.11.1963 wurde dem Wunsch entsprochen, einen vereinseigenen Fanfarenzug ins Leben zu rufen. Bei einer Umfrage, wer dem Fanfarenzug beizutreten gedenke, erteilten 18 Mitglieder des Narrenvereins die Zusage. Bei der Zusam-menkunft der Interessierten am 21.11.1963 wurde Herr Assfalg aus Singen eingeladen, der den Anwesenden flotte Töne auf der Fanfare, sowie sein Können auf den Trommeln und der Pauke zeigte. Es wurden 13 Fanfaren, 3 Marschtrommeln und 2 Landsknechttrommeln sofort "bestellt“. Infolge des chronischen Geldmangels musste auch diesmal jeder sein Instrument aus der eigenen Tasche bezahlen. Am 03.12.1963 fand die erste Probe unter dem Dirigenten Herrn Weber statt. Es wurde beschlossen, einmal wöchentlich Proben abzuhalten. An Fasnacht 1964 trat der Fanfarenzug zum ersten Mal an die Öffentlichkeit.

In der Generalversammlung am 29.10.1965 wurde eine neue Vorstandschaftgewählt, die zum Ziel hatte, Narrenverein und Fanfarenzug zu vereinigen. Der bisherige Vorstand Josef Stadelhofer stellte sich nicht mehr zur Verfügung und so wurde Johann Stocker zum 1. Vorsitzenden bestimmt. Weiterhin wurden gewählt als 2. Vorstand Erich Messmer, als Kassierer Alfred Breh und als Schriftführer Manfred Haug. Zu Beisitzern wurden bestimmt: Rudolf Kuppel, Helmut Pelz, Norbert Schweizer, Josef Stocker, Josef Wick und Siegfried Meitz. Damit hatte der Narrenverein vereint mit dem Fanfarenzug wieder eine neue Vorstandschaft.

Am Volkstrauertag 1965 wirkte zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Fanfarenzug am Ehrenmal der gefallenen Soldaten mit. Es wurde ein Fanfarenruf einstudiert, der in unserer Gemeinde viel Anklang fand. In den folgenden Jahren nahm der Fanfarenzug unter der Stabführung von Josef Wick an Veranstaltungen verschiedenster Art teil. Er war in der näheren und weiteren Umgebung ein bestens bekannter Klangkörper. 

Der Höhepunkt des Fanfarenzuges Hausen a. d. Aach war das Treffen der Spielmanns- und Fanfarenzüge an Pfingsten 1968. Es wurde ein Festzelt neben dem Sportplatz aufgestellt. Am Samstag wurde ein Beat­Kapellen-Wettbewerb veranstaltet. Am Sonntagmorgen wurde ein Festgottesdienst abgehalten; der anschließende Frühschoppen wurde vom Musikverein Beuren durch-geführt. Am Sonntag Nachmittag zog ein farbenprächtiger Umzug der 10 Fanfarenzüge mit klingendem Spiel durch das Dorf zum Festzelt. Nach dem Umzug traten die einzelnen Fanfarenzüge im Festzelt auf. Der Unterhaltungsabend, der vom Fanfarenzug Hausen a. d. Aach eröffnet wurde, war ein voller Erfolg, die Darbietungen wurden vom Publikum mit Beifall belohnt.Der Pfingst-Montag fand mit dem Kaspar-Schroff-Gedächtnisturnier, der Siegerehrung und der anschließenden Tanzveranstaltung ihren Abschluss. 

1971: Geburtsstunde des Musikverein Hausen

Erster Auftritt des Musikvereins an der Schule
Erster Auftritt des Musikvereins an der Schule

Auf Einladung zu einer Vorstandssitzung am 19.03.1970 im Gasthaus "Zur Sonne" waren alle Vorstandsmitglieder sowie die Aktiven des Fanfarenzuges vollzählig erschienen. Der Vorsitzende teilte mit, dass der Wunsch nach "besserer und kulturell anspruchsvollerer Musik“ laut wurde. Es ginge heute darum, dass über die Gründung einer Volksmusik abgestimmt. Bei der Abstimmung von 23 Aktiven des Fanfarenzuges kam es zu folgendem Ergebnis: 21 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 1 Stimmenthaltung.In einer weiteren Vorstandssitzung unter Leitung des damaligen Bürgermeisters Johann Stocker wurde am 29. Mai 1970 der Beschluss gefasst, einen Musikverein zu gründen. Man war sich damals auch der großen finanziellen Opfer bewusst, die ein solches Vorhaben an alle Aktiven und Passiven stellen würde. In einer vorbereitenden Mitgliederversammlung im Gasthaus "Zur Sonne“ machte der Präsident des Hegau-Musikverbandes, Herr Hans Seyser, auf die Schwierigkeiten des Vorhabens aufmerksam, zeigte jedoch auch auf, welchen kulturellen Wert eine Musikkapelle in einer Gemeinde darstelle. Es wurde beschlossen, eine zur Vereinsgründung notwendige Satzung zu erstellen.

Die aktiven Musiker, die inzwischen mit den Proben im Schulsaal unter dem Ausbilder Kurt Oschwald begonnen hatten, mussten die Vergütung für die Probenstunden selbst bezahlen. Herr Kurt Oschwald und später auch Herr Musikdirektor Ludwig Stock aus Singen opferten viel Zeit und Mühe, bis die Kapelle unter der Leitung des neu verpflichteten Dirigenten, Herrn Helmut Voigtmann, erstmals am Volkstrauertag, 15. Nov. 1970 mit einem Choral und dem Lied vom guten Kameraden an die Öffentlichkeit trat. Man war allgemein überrascht, von der Kapelle eine klanglich so einwandfrei vorgebrachte Darbietung zu erleben.

 

Die Gründungsurkunde mit der ersten Vorstandschaft
Die Gründungsurkunde mit der ersten Vorstandschaft

Am 02. April 1971 konnte die Gründungsversammlung in der neuen Gemeindehalle abgehalten werden. Nachdem in den vergangenen Sitzungen ausgiebig über die Gründung gesprochen wurde, gab es keine große Diskussion und man konnte zur Wahl schreiten. Als Vorsitzender des Musikvereins wurde der bisherige Vorstand des Narrenvereins/Fanfarenzuges Herr Johann Stocker gewählt. Es folgten als 2. Vorstand Alois Harder, Kassierer Alfons Wick, Schriftführer Reinhold Schwarz, Dirigent Helmut Voigtmann. Aktive Beisitzer wurden Norbert Schweizer, Albert Keller und Karen Schwarz; passive Beisitzer wurden Josef Stadelhofer, Georg Wick und Josef Stubinitzky. Das jüngste Mitglied des heutigen Musikverbandes Hegau-Bodensee konnte kurz darauf 24 aktive und 107 passive Mitglieder sein Eigen nennen.

Gründungsmitglieder: 

Alfons Wick, Klaus Peter, Bruno Weiß, Hans-Georg Lutz, Harald Leidolt, Albert Weniger, Karen Schwarz, Alois Harder, Josef Stadelhofer, Ulrich Benz, Karl Böhler, Reinhold Schwarz, Hans Schwarz, Klaus Weber, Erwin Buchegger, Johann Stocker, Norbert Schweizer, Josef Stubinitzky, Hermann Wick, Manfred Haug, Gottfried Moßbrugger, Franz Block, Albert Keller, Josef Wick, Helmut Voigtmann, Siegfried Hennhöfer, Georg Wick und Kurt Handloser.

Nachdem der Musikverein gegründet war, sollte dies mit einem Fest gebührend gefeiert werden; der Termin wurde auf den 4. + 5. September 1971 festgelegt. Im Hinblick auf die Bürgeranhörung bezüglich Eingemeindung zur Stadt Singen, wonach abzusehen war, dass der Zusammenschluss zustande kommen würde, wurde dieser Termin verschoben. Es sollte dann das Gründungsfest mit der Eingemeindung verbunden werden.

Gründungsfest mit Umzug im Mai 1971
Gründungsfest mit Umzug im Mai 1971

In einem gemeinsamen Gespräch zwischen dem Ortschaftsrat und dem Musikverein wurde dann der Termin auf die Pfingstfeiertage festgelegt. Das Fest wurde am Pfingstsamstag mit der Bauernkapelle Mindersdorf eröffnet. Am Sonntag fand ein Zeltgottesdienst mit anschließendem Frühschoppen statt. Viele Gäste aus Nah und Fern erlebten bei strahlendem Sonnenschein am Sonntag einen Festzug durch die geschmückten Straßen zum Festzelt. Das rund 1.200 Personen fassende Festzelt war den ganzen Tag dicht besetzt.Eröffnet wurde der Festabend, der im Zeichen der Eingemeindung und Gründung des Musikvereins stand, von der Stadtmusik Singen. Ortsvorsteher und Vorsitzender Johann Stocker des Musikverein Hausen begrüßte die Gäste, ganz besonders Herrn Oberbürgermeister Möhrle, Bürgermeister Neurohr, die Ortschaftsräte sowie die Vertreter des Musikverbandes. Im weiteren Verlauf wurde nochmals kurz die Entwicklung des Vereins vorgetragen. Mit einem Dank an alle Beteiligten, besonders aber an die Stadt-musik Singen, die an der Gründung des Musikvereins wesentlich mitgearbeitet hatte, wurde das Fest beschlossen.

Dieser Tag sollte für Hausen a. d. Aach in die Geschichte der Gemeinde eingehen. Herr Oberbürgermeister Möhrle stellte lakonisch fest, der heutige Abend ist ein Zeichen des Sparens, weil zwei Feiern zusammengelegt wurden. Die Gründung des Musikvereins bezeichnete Möhrle als eine ungewöhnliche Leistung. Als besondere Anerkennung überreichte er dem Verein eine wertvolle Zugposaune .

Der Präsident des Hegau-Musikverbandes Hans Seyser überbrachte die Glückwünsche des Verbandes und sagte, man sei dazu da, die jungen Leute zur Blasmusik zu bewegen. Ein besonderes Kompliment ging an die Hausener Musikkapelle, sowie an den Dirigenten Helmut Voigtmann für seine mühevolle Arbeit im Verein. Nun folgten die musikalischen Darbietungen des gemischten Chores unter der Leitung von Rudolf Kuppel, dem Munot Quintett aus Schaffhausen sowie des Musikvereins Hausen. Als humorvolle Bänkelsänger, die sich die Eingemeindung zum Thema nahmen, bewährten sich Dieter Schlimper und Rudolf Kuppel. Der Abend verging viel zu schnell; es wurde auch getanzt was das Zeug hielt.

Die Anfangsjahre Des Musikvereins

Verabschiedung von Helmut Voigtmann
Verabschiedung von Helmut Voigtmann

In der folgenden Zeit wurden die üblichen Feiern vom Musikverein musikalisch gestaltet; auch wurde an Festen der benachbarten Kapellen teilgenommen. Im Jahre 1974 bekam der Musikverein Hausen das Bezirkskonzert des Bezirks "Hohentwiel" zugesprochen. Der Vorsitzende gab einen Überblick über diese Veranstaltung, wies aber zugleich auf die viele Arbeit, die auf den Verein zukommt, hin. Durch einen Beschluss der Vorstandschaft wurde die Zustimmung zu diesem Fest erteilt. Das Bezirksmusikfest nahm einen guten Verlauf. Alle Beteiligten waren sehr zufrieden, aber der erhoffte Reingewinn blieb aus, obwohl drei Tage zünftig gefeiert wurde.

Am 14.06.1975 wurde in einer Feierstunde in der Gemeindehalle nach 5-jähriger Tätigkeit als Dirigent, Herr Helmut Voigtmann verabschiedet. Der Vorsitzende bedankte sich auf das Herzlichste für die geleistete Arbeit im Musikverein. Gleichzeitig konnte der neue Dirigent Josef Karler in sein Amt als Nachfolger eingeführt werden. Der junge, 20-jährige Dirigent musste sich zunächst mit seiner Aufgabe vertraut machen. Er hatte aber gleich erkannt, dass ein höheres, musikalisches Niveau erreicht werden könnte. Die Probentätigkeit wurde daraufhin verstärkt und die musikalischen Fähigkeiten ausgebaut. 

So konnte auch eine Tanzmusikabteilung gebildet werden, die an Fasnacht 1979 ihr Können unter Beweis stellte. Ebenfalls wurde am Verbandsmusikfest in Worblingen zum ersten Mal unter der Leitung von Josef Karler am Wertungsspiel in der Unterstufe teilgenommen. Es wurde ein 1. Rang erzielt; zum Feiern war das ein gegebener Anlass. Durch einen Unglücksfall kam unser Dirigent Josef Karler im Juli 1979 auf seiner Heimfahrt ums Leben. Die Kapelle nahm geschlossen an der Beerdigung teil. Mit dem Lied vom guten Kameraden wurde ihm die letzte Ehre erwiesen.

Bei der folgenden Suche nach einem neuen Dirigenten merkte man schon damals, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Glücklicherweise konnte mit Herrn Wilfried Künz ein begeisterter Musiker und Dirigent als Leiter der Musikkapelle gefunden werden. Unter Herrn Künz wurde auch die Jugendausbildung forciert, da man auch damals schon merkte, dass ein Fortbestand der Kapelle - aufgrund beruflich und familiär bedingter Austritte von aktiven Musikern - nur mit einer soliden Jugendausbildung gewährleistet werden konnte. Die Ausbildungskosten betrugen zu dieser Zeit unglaubliche 5 DM im Monat.

 

Bezirksmusikfest und 10 Jahre MV Hausen

Auftritt des Startrompeters Walter Scholz am Bezirksmusikfest
Auftritt des Startrompeters Walter Scholz am Bezirksmusikfest

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Musikvereins Hausen bekamen wir 1981 wiederum das Bezirkskonzert des Bezirks "Hohentwiel" zugesprochen. Vier Tage sollte im Zeichen der Blasmusik in Hausen gefeiert werden. Der große "Bunte Abend" mit dem Startrompeter Walter Scholz und den Hegau-Musikanten sowie das große Bezirkskonzert waren als Höhepunkte anzusehen. Viele wollten sich den Abend nicht entgehen lassen und hatten sich deshalb im Vorverkauf die Eintrittskarten erworben. Das Festzelt war bis auf den letzten Platz besetzt

Während des Bezirkskonzertes wurden die aktiven Musiker für ihre 10-jährige Zugehörigkeit zum Verein geehrt. Es waren dies: Karl Böhler, Ulrich Benz, Erwin Buchegger, Albert Kleiner, Harald Leidolt, Wolfgang Remmling, Josef Stocker, Hans Schwarz, Norbert Schweizer, Alfons Wick, Josef Wick und Hermann Wick.

Am Schluss der Veranstaltung fand eine Tombola statt. Als 1. Preis war eine Flugreise nach Mallorca angesetzt. Die Glücksfee Frl. Steiner zog als Gewinner des ersten Preises den Vorstand Johann Stocker, so dass dieser nach Mallorca reisen konnte, um sich von den Strapazen des Musikfestes zu erholen.

Im Jahre 1983 nahm der Musikverein unter der Leitung von Wilfried Kunz am Wertungsspiel im Rahmen des Verbandsmusikfest in Stockach teil. Es wurde ebenfalls ein Rang erzielt. Der Ausflug der Kapelle nach Truden/Südtirol war eine weiterer Höhepunkt dieses Vereinsjahres. Zum Jahresende 1983 stellte Herr Künz seine Tätigkeit als Dirigent ein.

 

Edmund Zinsmayer am Weihnachtskonzert 1985
Edmund Zinsmayer am Weihnachtskonzert 1985

Nach dem Weggang von Herrn Künz konnte glücklicherweise Edmund Zinsmayer als ein erfahrener Dirigent für die aktive Kapelle gewonnen werden. Er machte dem Verein klar, dass er bei seiner Arbeit als Dirigent das musikalische Niveau der Kapelle erweitern möchte. Das jedoch erfordere für die Zukunft eine große Probenbeteiligung und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Durch intensivere Probetätigkeit der Kapelle, jedoch auch durch verstärkt durchgeführte Einzelproben wurde der Leistungsstand der Kapelle in kurzer Zeit deutlich verbessert. Die Jugendlichen erhielten eine intensive Ausbildung. Das Leistungsabzeichen in Bronze war nun künftig die Grundvoraussetzung für die Eingliederung in die aktive Kapelle. Unter ihm hat die Kapelle zweifelsohne die grössten musikalischen Fortschritte seit ihrem Bestehen gemacht. Auch in der Jugendausbildung setzte er neue Massstäbe. Da seine Schüler auch nach der Eingliederung in die aktive Kapelle weiterhin unterrichtet wurden, konnten neben den nun schon obligatorischen JMLA in Bronze auch das Leistungsabzeichen in Silber und Gold erworben werden.

Mit der Einweihung der Eichenhalle im Jahre 1985 erhielt der Musikverein ein neues Probenlokal. 

Das Jahr 1986 konnte nach 15-jährigem Bestehen des Vereins als Höhepunkt bezeichnet werden: die Kapelle nahm am Verbandsmusikfest in Steißlingen erstmals in der Mittelstufe teil und konnte mit 116 von möglichen 120 Punkten einen 1. Rang mit Belobigung erspielen. Dies wurde natürlich mit einem Umtrunk und Essen gebührend gefeiert.

Für den Dirigenten Edmund Zinsmayer gab es eine gelungene Überraschung : er wurde für seine 40-jährige musikalische Laufbahn vom Verbandspräsidenten Ewald Schmid mit der goldenen Ehrennadel geehrt.

Im Jahr 1989 übergab der seit der Gründung tätige 1. Vorstand Johann Stocker, bereits deutlich von seiner Krankheit gezeichnet, den Vorsitz an Alfred Breh. Ihm, einem der Gründungsmitgliedern des Musikvereins oblag die schwierige Aufgabe, den Verein erfolgreich durch die Zeit mit einer geringen aktiven Musikerstärke zu führen. .

Im Jahre 1990 verließ Edmund Zinsmayer den Verein, die Leitung der Kapelle übernahm nun Ekkehard Kaupp. Doch leider waren Kapelle und Dirigent nicht richtig "kompatibel" zueinander, so daß im Jahre 1991 wiederum Edmund Zinsmayer die Leitung der Kapelle übernahm.

Im Jahre 1993 übergab Alfred Breh den Vorsitz des Vereines an Alexander Wick. Alfred Breh war zu diesem Zeitpunkt über 18 Jahre in der Vorstandschaft tätig

Der Nachwuchsmangel sowie der Rücktritt des Dirigenten Edmund Zinsmayer führte dazu, dass man im Jahre 1993 mit dem Musikverein Beuren a. d. Aach eine Spielgemeinschaft einging. Obwohl dieser Schritt von vielen Aussenstehenden kritisch betrachtet wurde, erwies sich dies im Nachhinein als richtige Entscheidung für den Erhalt der aktiven Kapelle. Um auch die Musiker, die nicht in der Spielgemeinschaft mit Beuren a. d. Aach mitspielten, im Verein zu halten, führte man die Musikkapelle Hausen a. d. Aach als selbständige Kapelle auf Sparflamme fort. Unter Christian Pelz wurde einmal wöchentlich geprobt und kleinere Auftritte in der Ortsgemeinschaft absolviert. Die Leitung der Spielgemeinschaft Beuren-Hausen a. d. Aach oblag zu Beginn Herrn Christian Kramer, der aus den beiden Vereinen eine Kapelle formte, die nun aber mehr der konzertanten Blasmusik Beachtung schenkte.

Nach zwei Jahren übernahm erneut Alfred Breh die Führung des Musikvereins. Auch die Spielgemeinschaft Beuren-Hausen a. d. Aach erhielt ebenfalls eine neue Leitung: Christian Kramer übergab seinen Taktstock an Herrn Kuno Mössmer. Die aktiven Musiker des MV Hausen a. d. Aach besuchten nun leider in immer kleinerer Anzahl die gemeinsamen Proben in Beuren, so daß sich der neu gewählte Vorstand Gerd Grundl im Jahre 1997 genötigt sah, die Spielgemeinschaft mit Beuren aufzulösen.

Erstmals seit Jahren konnten nun auch wieder junge Musiker aus den eigenen Reihen in die Kapelle eingegliedert werden. Dies war ein ein Zeichen für eine erfolgreich geleistete Jugendarbeit.

Ein Neubeginn gelang dem Verein nun unter ihrem neuen Dirigenten Stephan Einsiedler. Unter seinem Einfluss wurde auch die Idee geboren im Frühling mit einer befreundeten Gastkapelle ein Doppelkonzert auszurichten. Um dem eigentlichen Sinn des Konzertes - nämlich dem Zuhören - mehr Geltung zu verschaffen, entschied man sich, das Konzert in Form eines Stuhlkonzertes - ganz ohne Bewirtung während der musikalischen Vorträge - durchzuführen.

 

Fortsetzung folgt...

 

Dezember 2020 - Adventskonzert

Herzlich willkommen zum Auftakt unseres Jubiläumskalenders - ab sofort erscheint an dieser Stelle jeden Monat ein neuer Beitrag zu unserer Vereinsgeschichte oder zur Blasmusik allgemein. Seien Sie gespannt!

 

Nur zu gerne hätten wir Sie am ersten Adventswochenende zu unserem Adventskonzert in der Hausener St. Agatha Kirche empfangen und mit neu einstudierten Stücken samt Chorbegleitung auf die Adventszeit eingestimmt. Leider muss dies natürlich dieses Jahr aufgrund der Corona-Lage ausfallen.

 

Da viele unsere Musiker und unsere Vorstandschaft wohl nur vereinzelt kennen, möchten wir uns an dieser Stelle mal gesammelt Vorstellen:

 

 

1: Harald Leidolt - Trompete/Flügelhorn

2: Saskia Kollosche - Querflöte

3: Carmen Waibel - Klarinette

4: Christian Waibel - Trompete/Flügelhorn und unser Dirigent

5: Kirsten Haupt - Saxophon 

6: Stefan Radtke - Schlagzeug 

7: Ina Ehinger - Klarinette

8: Lisa Zimmermann - Querflöte

9: Marion Kolb - Tenorhorn

10: Steffen Kollosche - Tenorhorn

11: Raphael Klemmer - Klarinette

12: Diethelm Mutzke - Posaune

13: Alexander Kopp - Tuba

14: Jakob Kolb - Horn

15: Sarah Stocker - Querflöte

16: Fabian Radtke - Trompete/Flügelhorn

17: Gabi Kopp - Klarinette

18: Cedric Krug - Saxophon

19: Franziska Kopp - Trompete und unsere Jugendleiterin

20: Maximilian Kopp - Trompete/Flügelhorn 

21: Jana Waibel - Querflöte

22: Rolf Nothhelfer - Tuba

 

Leider nicht mit auf diesem Foto ist unser Posaunist Alexander Messmer

 

Auch unsere Vorstandschaft ist bestimmt nicht allen bekannt (von links):

 

Steffen Kollosche - Schriftführer

Kirsten Haupt - Aktive Beisitzerin

Niklas Radtke - Passiver Beisitzer

Stefan Krug - Passiver Beisitzer

Jakob Kolb - Aktiver Beisitzer

Stefan Radtke - Kassier

Alexander Messmer - 2. Vorstand

Christian Waibel - Dirigent

Alexander Kopp - 1. Vorstand